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Die Mühen der Ebene

Österreich – Juli 2018

Wie einfach ist es doch, einen großen Entschluß zu fassen. Und wie schwer, ihn auch umzusetzen. Nur selten stoßen wir auf Menschen, die uns unkompliziert und flink helfen und uns voranbringen.

Es gibt Menschen, die haben für jedes Problem eine Lösung. Und andere, die für jede Lösung ein Problem haben.

Diesen alten Spruch können wir täglich zitieren. Nichts läuft glatt und reibungslos. Die Suche nach Sponsoren gestaltet sich wesentlich mühsamer als gedacht. Den Satz „Schicken sie uns doch mal ein Mail!“ können wir schon nicht mehr hören. Denn egal, ob es Louis (Motorradzubehör), Globetrotter (Ausrüstung), Red Bull, T-Mobile oder Austrian Airlines sind – es kommen auf unsere Mails keinerlei Antworten. Nicht, daß wir mit finanzieller Unterstützung gerechnet hätten – aber nicht einmal eine Absage zu bekommen, das ist unprofessionell. Überhaupt haben wir den Eindruck: Je öfter Firmen Worte wie ‚kundenorientiert‘, ‚professionelle Lösungen‘, ‚am Ohr unserer Kunden‘ oder ‚es zählt der Mensch‘ in ihren teuren Imagevideos verwenden, desto weniger zugänglich, erreichbar und „am Kunden“ sind sie.

Und gerade Geld brauchen wir. Denn schon vorab ist vieles zu bezahlen: Da gibt es einmal unsere Vespas. Hier hat es ein dreiviertel Jahr (!!!) gedauert, bis hier vom Importeur endlich die Zusage gekommen ist: „Ja, wir machen mit und geben Euch die Vespas zu einem Bussi-Bussi-Preis!“

Und Geld ist auch für vieles andere nötig. Viel Geld: Die Impfungen (Ca. 400,- für jeden von uns), die Fahrt durch China (Rund 11.000,- Euro für fünf Wochen, das ist als Selbstfahrer leider nicht zu umgehen), das ‚Carnet de Passage‘ („Reisepaß“ für unsere Vespas ca. 600,- insgesamt. Wird von Nepal und Indien verlangt.), der Bau unserer beiden Einradanhänger (Insgesamt so ungefähr 3.000,- Euro), das TÜV-Gutachten dafür (800,- Euro),….. Die Liste endet hier leider noch lange nicht.

Viel Geld – und noch so viel zu tun: Ich (Wolfgang) muß noch den Führerschein A (Für Motorräder) machen. Kostet Zeit – und so „nebenbei“ 1.200,- Euro. Denn wir fahren ja mit Vespas GTS 300. Dann ist es vor allem der Bau unserer beiden baugleichen Einradanhänger, der uns Nerven kostet. Wir haben vorab eine Basiskonstruktion skizziert und uns mit Herrn Schmidt aus dem Westerwald zusammengetan. Zu Ostern sollten sie fertig sein – kurz nach Pfingsten war es dann tatsächlich soweit. Und hätten wir selber die Elektrik der beiden Anhänger nicht neu verkabelt, so wäre an eine Typisierung noch lange nicht zu denken.

Und dann Banken und Behörden. Hier jemanden klarzumachen: „Ich bin jetzt zumindest ein halbes Jahr nicht da!“ ist nahezu unmöglich. Und wir wollen uns von allen Verpflichtungen während der Reise freihalten. Ohne den Gedanken, daß wir irgendwo in Kirgistan Internet brauchen, um einen Stichtag für was auch immer zu versäumen. Unser Ziel ist es, daß wir bis zumindest Jänner 2019 nichts erledigen, unterschreiben, einreichen oder überweisen müssen. Punkt. Wir arbeiten daran…

Immer wieder fällt unser Blick auf die Landkarte mit unserer Route. Und das motiviert uns. Nicht zuletzt deshalb, weil wir wissen: Wenn wir ab Sommerbeginn unterwegs sind, dann ist all diese Plackerei vorbei. Dann sind wir endlich an unserem Ziel: Der Straße nach Indien.

2 Kommentare

  1. Judit Pántyik Judit Pántyik

    Ich finde Euch super abendteuerlich und bin eine echte Fan von Euch und von Euere Reise. Ich wünsche Euch viel Glück, Gott hüte Euch und komm gut nach Hause

  2. Judit Pántyik Judit Pántyik

    Ich finde Euch super abendteuerlich und bin eine echte Fan von Euch und von Euere Reise. Ich wünsche Euch viel Glück, Gott hüte Euch und komm gut nach Hause
    Lg
    Judit aus Budapest

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