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Im Polizeistaat

China – Oktober 2018

Niemand wird ernsthaft behaupten, daß die Standards hinsichtlich Pressefreiheit, Menschenrechte, etc. in den von uns zuletzt bereisten Ländern wie Kirgistan oder Kasachstan besonders hoch sind. Aber China unterschreitet diese ohnehin sehr nieder liegende Latte spielend. Was für ein Kontrast! Die Grenze von Kirgistan nach China überqueren wir am 3.800 Meter hohen Toruzjugart-Paß. Und von dort sind es nur 140 Kilometer nach Kashgar, der alten Metropole an der Seidenstraße. Und alleine auf diesen ersten 140 Kilometern erleben wir insgesamt SIEBEN (!!!) Polizeikontrollen. Keine kürzer als eine Viertelstunde. Und kurz vor Kashgar ist’s dann überhaupt Schluß mit dem Fahren mit unseren Vespas: Diese müssen dort über Nacht in Quarantäne bleiben.

China mit dem eigenen Fahrzeug zu bereisen ist möglich – aber leider extrem teuer. Und: Ohne Begleitfahrzeug geht nichts. Dieses muß vorab inklusive Guide und Fahrer gebucht werden. Ansonsten gibt’s kein Visum. Wir haben Glück: Unser Guide ist jung, interessiert und extrem hilfsbereit. Und wenn wir schon ein Begleitauto haben müssen, so nutzen wir das auch aus. Zum einen für einige schwere Teile Gepäck. Und zum anderen sitzt Claudia jetzt manchmal „drüben“ und kann uns in voller Fahrt filmen.

Und zu filmen gibt es genug. Wir durchqueren die Wüste Gobi, fahren über Pässe jenseits der 3.000 Meter-Marke. Und immer wieder sind wir völlig überrascht, wie freundlich uns die Menschen begegnen. Ob in der Seidenstraßen-Oase Turpan, wo wir voneinemWeinbauern spontan eingeladen werden, seinen Weingarten zu besuchen. Ob am Markt von Korla,wo wir stundenlang mit den Menschen plaudern. Und auch in Kashgar, wo den Zauber alter Karawansereien genießen.

Ja, China ist voller Gegensätze. Zum einen die Herzlichkeit, Neugier und Offenheit der uniformlosen Menschen. Und zum anderen die ständig präsente Willkür des Polizeistaates China. So werden wir 180 Kilometer nach unserer Abreise aus Kashgar von einem selbstherrlichen Polizei-Checkpoint-Kommandanten an der Weiterfahrt in die nächste Stadt gehindert. Einfach so. Dort aber – nur 20 Kilometer weiter -hat schon unser Hotel auf uns gewartet. Aber nein, wir dürfen nicht dorthin. Also 60 Kilometer zurück in die vorhin durchquerter Stadt. Aber auch dort dürfen wir nicht schlafen, denn wir haben kein Permit (Bewilligung), um im einzigen für Ausländer zugelassenen Hotel zu nächtigen. Ein ebenso selbstherrlicher lokaler Zivilpolizist biuetet uns als einzige Lösung an: 170 Kilometer weiter gibt es ein Hotel, da dürfen wir schlafen. Alles arrangiert. . Mittlerweile ist es 22.00 Uhr. Und wir fahren nicht in der Nacht Die Vespas bleiben in Polizeigewahrsam. Also rein in unser Begleitfahrzeug und hinein in die Nacht. Zehn Kolometer vor dem Ziel – nach 160 Kilometern also! – ein weiterer Polizei-Checkpoint. Und ebenso mit einem arrogant-selbstherrlichen Kommandanten. Nein, hier geht’s für uns nicht weiter. Er sieht da Probleme. Jetzt ist es schon zwei Uhr Nachts. Eine Stunde verhandeln, es bleibt beim Nein. Und so schlafen wir im Auto. Zu fünft. China, yeah!

Umes kurz zu machen: In den fünf Wochen, die wir in China und in Tibet (Derzeit chinesisch besetzt) sind, erleben wir gezählte 79 (!!!) Polizeikontrollen. Die schnellste: Fünf Minuten. Der Minusrekord: Zwei Stunden. Noch nie haben wir in unserem Leben so oft unsere Pässe herzeigen müssen wie in diesen Wochen. Nein, China hinterläßt bei uns trotz der entgegenkommenden Menschen ein Gefühl der Gefangenheit und der totalen Überwachung.

Kashgar – Ein Plausch unter Uiguren in der alten Stadt der Karawanen

Chinesischer Jubel mit Flagge in Kashgar

In der Oase Turpan sind wir am Weg in die Weingärten

Die Wüste Gobi – nicht immer nur Sand, Geröll und Nichts.

2 Kommentare

  1. Hallo, ich bewundere Euren Mut. Lasst Euch nicht unterkriegen!
    Vielen Dank für die tollen Berichte, die ich gerne verfolge.

    Ich wünsche Euch für die Weiterfahrt Gesundheit, Glück und möglichst keine weiteren Kontrollen.
    Wer nach der Lektüre über Eure Erlebnisse in China noch der Ansicht ist, hier in Deutschland wäre etwas streng und/oder schlecht, der hat die falsche Meinung.

    Liebe Grüße von Jürgen aus Lehrte
    (Tourenwart und Vespa-Veteran)

    • Wolfgang Pröhl Wolfgang Pröhl

      Hallo Jürgen! Danke dir für deinen Beitrag. Nur soviel: Bisher 82 Polizeikontrollen, davon 79 in China. Mehr braucht’s wohl nicht. Lieben Gruß von uns!

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